dearbrad

September 17, 2013

Ach komm, ist doch alles nicht so schlimm

Filed under: Uncategorized — Maria @ 8:46 am

Liebe Grüne,

voller Überzeugung bin ich in die Partei eingetreten. Nicht nur, dass ich Zeit meines Lebens diese – meine Partei – gewählt habe, mehr noch: Alles, was mir wichtig erschien habt ihr vertreten: Toleranz, Nachhaltigkeit, Solidarität, Diskussionsoffenheit etc.

Doch seit gestern weiß ich, dass ich mir nur etwas vorgemacht habe. Was ist das für eine Partei in der der Vorsitzende eine lasche Haltung zu Sexualstraftätern hatte? Wo ist die Glaubwürdigkeit hin, wenn bei eigenen Fehlern plötzlich keine klaren Worte mehr gesprochen werden, keine klaren Entscheidungen getroffen werden. Alles wirkt nur, wie ein sich Herauswinden. Lisa Caspari hat in ihrem Kommentar auf Zeitonline ganz richtig festgestellt:

„Trittin verantwortete das Kommunalwahlprogramm, in dem die wirren Thesen standen, nur presserechtlich. Aber damit hat er das Gedankengut nun mal abgesegnet, ob ihm die Tragweite als junger Mensch damals bewusst war oder eben nicht.“

Die Tragweite – welche Tragweite war das? Es war die „Ach komm, ist doch alles nicht so schlimm“ – Tragweite, die es gerade in den 68igern Milieus für einige unmöglich gemacht hat noch nach Jahrzehnten Unrecht anzuzeigen. Wir sind doch alle so entspannt und locker, da soll sich das Kind nicht aufregen, wenn es mal versehentlich angegrabscht wurde.

Ich erinnere mich, dass meine Oma völlig klar mit ihrem Austritt aus der katholischen Kirche war, da sie nicht zu einer Institution gehören wollte, welche sexuelle Übergriffe auf Kinder verschweigt. Dies war ein schwieriger Prozess für meine Oma. Was würde sie sagen, wenn ich ihr erklären müßte, weshalb es mal o.k. war bei den Grünen so zu denken? Und war es o.k.? Anfang der 80er wußte ich schon, dass es nicht o.k. ist Ausländer zu diskriminieren, dass es nicht in Ordnung ist Müll gewissenlos zu produzieren und ich wußte intuitiv, dass es nicht o.k. ist an Kindern sexuelle Übergriffe auszuführen.

Liebe Grüne, ich möchte nicht mehr Teil dieser Partei sein, die plötzlich nuschelnd stumm sich herumwindet und nicht aufschreit. Wo ist gerade jetzt Claudia Roth, die sonst so laut und klar zu allem etwas zu sagen hat? Ich habe sie noch nicht gehört.

Vor lauter Wut wünsche ich Euch nicht alles Gute, im Gegenteil ich wünsche Euch eine Niederlage am Sonntag und ich bin sehr froh, dass ich noch nicht gewählt habe.

March 8, 2013

Frauen in meinem Leben

Filed under: Uncategorized — admin @ 4:57 pm

Diese WeltXXXTage… einerseits nerven sie, da es so was gezwungenes hat und andererseits ist wirklich für mich ein Moment des Innehaltens und Nachdenkens. Jedes Jahr habe ich dies an zwei Welttagen. Am 1. Dezember, zum Weltaidstag und heute, am 8.3, am Weltfrauentag. Warum ist das z.B. heute wieder so? Ganz einfach: weil ich eine Frau bin. Weil ich gerne eine Frau bin. Und weil es so unglaublich viele Frauen in meinem Leben gibt, die ich bewundere.

So bewundere ich die erste Frau in meinem Leben: Meine Mutter. Sie ist mit 14 Jahren vor ihrem gewalttätigen Vater geflohen und hat mit zwei jungen Männern in einer Garage gelebt, hat sich irgendwie mit Näharbeiten durchgeschlagen und hat sich trotz aller Schwierigkeiten (zu jung, drogensüchtiger Freund, kein Geld, keine wirklich Wohnung) entschieden mich mit 17 Jahren auf die Welt zu bringen. Es folgten viele Schicksalsschläge und noch vier weitere Kinder. Heute ist sie jede Woche bei uns und hilft mir mit meinen Kindern. Erst gestern wieder war sie da und ich war wieder einmal erstaunt über ihre Kraft, ihre Schönheit und ihre Unerschütterlichkeit. Dann gibt es ihre Freundinnen, welche tatsächlich wie meine Tanten um mich herum gelebt haben in dieser Kommune. Ich erinnere mich an politisch schwadronierende Männer, die über das Scheißsystem in Deutschland diskutiert haben, die sich versucht haben gegen das System zu stellen und ein anderes Leben zu leben: Auswanderungen, Gründung einer freien Schule, das Leben in einer Kommune… Doch ich erinnere mich auch daran, dass die Frauen jeden Tag aufgestanden sind, uns Frühstück gemacht haben, einkaufen, kochen, putzen, die Kinder erziehen. Geburtstagswünsche wurden mit einem zusätzlichen Hilfs-Job finanziert und es gab immer einen herzlichen Moment. Bei all diesen Frauen habe ich mich immer sicher, geborgen und geliebt gefühlt. Was wäre diese Kommune ohne sie gewesen?
Ja, und dann gibt es doch tatsächlich Lehrerinnen in meinem Leben, ohne die ich heute nicht meinen Beruf machen würde. Frauen, die mir gezeigt haben, dass es sich auch lohnt zu lernen und wie erfüllend es sein kann Wissen zu inhalieren. Meine Grundschullehrerin Frau Koppelmann, die mich angenommen hat, auch, wenn ich so ganz anders war – aus dem „Indianerdorf kommend“ als alle anderen Mädchen mit ihren hübschen Kleidern. Meine Französischlehrerin Helga Gallina, die heute eine so gute Freundin ist und die mir die Liebe zu einem Land und dessen Sprache beigebracht hat, dass ich alles in meiner Kraft stehende getan habe, um dieses Land, die Sprache und die Menschen dort kennen zu lernen. Dort gab es  auch hauptsächlich Frauen, die mir dabei geholfen haben: Irène die Großmutter meiner französischen Familie, die als grande dame eine Ausstrahlung und Präsenz hatte, die filmreif war. Marie, die sich nach der Arbeit neben  mich gesetzt hat und mit mir Wörter und Artikel erklärt hat. Regina, die jüdische Großmutter, welche mich aufgenommen hat, wie ihr Enkelkind, obwohl ihre ganze Familie durch deutsche Hände ums Leben kam.

Ganz aktuell denke ich heute an meine ostdeutschen Freundinnen. In meiner ersten Berufswelt als Unternehmensberaterin hat meine Freundin Anja aus Chemnitz am Bahnhof stehend ihren Töchtern Gute-Nacht-Geschichten erzählt, damit sie die Stimme ihrer Mutter vor dem Einschlafen hören, welche die ganze Woche versucht hat das Gesundheitssystem zu retten. Stephanie, die aus der DDR ausgereist ist und trotzdem alles nachgeholt hat, was ihr verboten war: Abitur und Studium. Ach ja, nebenbei hat sie alleinerziehend ein Kind großgezogen und um alles zu finanzieren Nachtdienste im Krankenhaus gemacht. Aber auch @kommandomutti und @mina77 sind für mich dies Power-Frauen, die einfach still vor sich hin arbeiten und ihre Kinder großziehen und so zufrieden dabei sind.

Zu all meinen Freundinnen könnte ich ins anhimmeln verfallen, weil es wundervoll ist, dass es sie gibt und bei wirklich allen weiß ich, dass ich sofort und jederzeit Hilfe bekommen könnte. Ganz besonders denke ich an einem Tag wie diesem an meine Großmutter. Eine Frau, die mehr sein wollte als nur die Ehefrau von irgendjemandem, die leider nicht ihre Träume leben konnte, denn die Zeit war noch nicht reif. Doch trotzdem hat sie immer ihre Meinung gesagt, hat gekämpft für ihren auf die schiefe Bahn geratenen Sohn wie eine Löwin und war immer das Zentrum der Familie, weil sie alles für uns gegeben hat. „Brave Mädchen kommen in den Himmel, böse überallhin“ war ihr Satz, den sie mir immer wieder versucht hat näher zu bringen. Mir, die nicht so mutig war, die sich oft nicht getraut hat nein zu sagen und erst nach 25 Jahren trauen würde ein geschehenes Unrecht anzuzeigen. Und so wünsche ich mir heute, dass all die Power und Liebe, die ich erfahren habe mit und durch diese Frauen, dass etwas davon in meinen Kindern herausplatzen und sprießen wird und dass diese beiden kleinen (die Große ist es irgendwie schon) starke, kluge und vor allem glückliche Frauen werden!

May 13, 2010

Thinking about ad

Filed under: Uncategorized — Maria @ 7:47 pm

Dear Brad,

sehr merkwürdiger Beitrag heute, aber es hat mich etwas beschäftigt. Ich habe heute einen Artikel in der FAZ im Wirtschaftsteil (!!!) gelesen über Werbung. Und während ich so kochte dachte ich darüber nach, wie ich eigentlich zur Werbung stehe. Hast Du eigentlich mal bei einem Werbespot mitgemacht? Jedenfalls musste, in meiner Pilzsoße rührend daran denken, dass es mich überwiegend nervt, wenn ich Fernseh gucke und Werbung zwischen den Filmen oder Serien kommt. Dann schalte ich immer auf stumm. Im Radio finde ich Werbung noch schlimmer. Und dann musste ich darüber nachdenken, dass es etwas gedauert hat, bis ich verstehen konnte, was meinen Mann an seinem Job im advertising so faszinierend findet. Mir war es eine zeitlang fast peinlich, dass wir von dem Geld leben, welches dafür bezahlt wird, dass Werbung effektiver wird. Und dann kam mir der Slogan „Waschmaschinen leben länger mit Calgon“ in den Sinn und seitdem versuche ich krampfhaft zu überlegen, was mir von Werbung noch in Erinnerung geblieben ist. Als erstes Nutella-Werbung kam dann und die Nationalmannschaft, dicht gefolgt von der vodafone-werbung mit Sascha Lobo, dann Persil (oh mein Gott, warum das denn?) und dann die telekom-Werbung mit den Blütenblättern – ist es telekom? Ziemlich komische Sachen, die ich gespeichert habe… Dies würde zum Teil bestätigen, dass Werbung nervig und schlecht ist (also die komische Auswahl von gespeicherten Dingen). Doch dann musste ich an zwei Dinge denken. Zum einen daran, dass es nicht immer so wahr, dass ich Werbung nervig fand. Im Gegenteil. Bei meiner Oma liebte ich es Werbung gucken zu dürfen, die immer unterbrochen wurde von den Heinzelmännchen. Ich liebte diese glückliche, reine und manchmal auch lustige Welt und als Teenie haben wir uns in den Werbepausen umgezogen und geschminkt. Ich meine, damals waren die Pausen lebensnotwendig! Außerdem haben wir neben Theaterstücken stundenlang Werbegags eingeübt und diese den Erwachsenen vorgespielt.
Und die zweite Sache, die mir einfiel war, dass ich im Kino nie die Werbung verpassen möchte. Da gibt es oft einfach gute, witzige und schöne Werbung. Sogar Wahlwerbung mag ich dort.
Ist es also doch so, dass Werbung einfach nur gut, kreativ und passend sein muss? Und mich ein bisschen verzaubern – in eine andere Welt bringen, dass ist gute Werbung. So als ob ich mit Klinsmann zusammen eine Nutellabrot essen könnte ;-)

March 16, 2010

Karneval

Filed under: Uncategorized — Maria @ 10:09 pm

Karneval

Dear Brad,

durch meinen Umzug nach Berlin ist etwas merkwürdiges passiert: plötzlich mußte ich meine Liebe zum Karneval erklären! Mein ganzes Leben schon feiere ich Karneval und habe nie darüber nachgedacht, dass es für andere Menschen ernsthaft eine Frage sein könnte dies nicht zu tun. Natürlich gab es auch in meinem Freundeskreis die schwarzgekleideten Menschen, die es einfach nicht schafften sich ein bisschen Farbe ins Gesicht zu tun, aber entweder verreisten diese um die jecke Zeit oder sie feierten dennoch irgendwie mit. Hier in Berlin kannte ich zunächst niemanden, der Karneval so nachvollziehen konnte. (more…)

March 5, 2010

Tee kann sovieles

Filed under: Uncategorized — Maria @ 8:55 pm

Dear Brad,

angeregt durch Sibylle muss ich Dich jetzt mal auf den Teegeschmack bringen. Ja, klar weiß ich, dass Du Ami bist und da trinkt man eh nur Kaffee, aber zu diesem ganzen Hollywoodschnickschnak gehört doch auch der Meditationsflash… (more…)

March 2, 2010

Shity Berlin…

Filed under: Uncategorized — Maria @ 9:21 am

Dear Brad,

im Moment kann ich Dir nicht empfehlen in Berlin spazieren zu gehen. Doch seit heute ist es zumindest bei uns in der Strasse schon besser. Ob dies an meiner Mail (s.u.) vom1.3.2010 an die LABO Berlin lag, bezweifele ich allerdings, aber heute schon fuhr die Hundescheißesaugmaschine (more…)

Dear Brad

Filed under: Uncategorized — Maria @ 8:37 am

Dear Brad,

nun ist es schon vier Jahre! her als Du überlegt hast mit Deiner Kernfamilie nach Berlin zu ziehen. Und es ist auch schon vier Jahre her, als ich nach Berlin zog – auch mit Familie.

Nachdem ich anfänglich dachte, dass die Welt unter gehen würde und ich niemals den Himmel über Berlin genießen können würde, lebte ich mich mehr und mehr ein. Immer wieder schrieb ich Dir in Gedanken einen „Dear Brad“-Brief. (more…)

March 1, 2010

Hello world!

Filed under: Uncategorized — admin @ 11:28 pm
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